Muschelkalk

242 Mio Jahre – 234 Mio Jahre vor heute

Vor etwa 240 Millionen Jahren war das mitteleuropäische Becken fast vollständig vom „Muschelkalkmeer“ bedeckt. Ein Wasseraustausch mit dem Tethysmeer fand nur eingeschränkt durch schmale Meerespforten statt. Meeresspiegelschwankungen und tektonische Bewegungen brachten diesen Austausch schon bald zum Erliegen. Erst mit Beginn des Oberen Illyr vor etwa 238 Millionen Jahren, erreichten wieder vollmarine Verhältnisse das mitteleuropäische Becken. Zu dieser Zeit – während des Oberen Muschelkalks – herrschten im Gebiet des heutigen Mitteleuropas warme klimatische Verhältnisse. Das große Flachmeer war aufgeheizt und das Licht durchflutete Salzwasser bot Raum für reichhaltiges und vielfältiges Leben.

Die Hart- und Weichböden des Muschelkalkmeeres bewohnten zahlreiche Muschelarten, Brachiopoden und Seelilien. Seegurken, Schnecken und Krebse wanderten über den Grund und im Freiwasser darüber tummelten sich wurmähnliche Conodontentiere, kleine Haie und andere Fische. Das untere Ende der Nahrungskette bildeten im Wasser treibende Mikroorganismen. Zeitweise brachte die Übersalzung des Muschelkalkmeeres fast alles Leben zum Erliegen, bevor neues Frischwasser eine Artenexplosion auslöste. Wichtigste Neuzugänge waren dabei die Ceratiten, die im mitteleuropäischen Becken eine große Artenvielfalt entwickelten. Aber auch Haie und andere Fische kehrten zurück und große wasserlebende Saurier – wie etwa der Nothosaurus giganteus – jagten im warmen Meer.